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Tipps & Technik

 

Cinematische Filmaufnahmen - Kino Look

 

Einstellungen in der Verwendung der DJI Mavic Air 2

 

Um kinoreife Videoaufnahmen mit einer Drohne zu erstellen, sind primär grundsätzliche Einstellungen an der Flugdrohne notwendig. Zusätzlich sind vom Piloten in der Umsetzung im Flug entsprechende Tipps ratsam und empfehlenswert. In der Kombination von Einstellungen im manuellen Modus der Flugdrohne und den richtigen Flugmanövern lassen sich atemberaubende Filmsequenzen realisieren. Das fertige Videomaterial kann dann mittels eines Videoschneitprogrammes in ein "Kino-Look" gebracht werden. Zielsetzung ist die Umsetzung einer natürlichen Unschärfe im Videomaterial.

 

Folgende Tipps und Anwendungen sind zielführend:

 

1. Einstellung der korrekten Verschlusszeit - Shutterspeed und dem richtigen ISO-Wert

 

Als Verschlusszeit wird die Belichtungszeit bezeichnet, die durch die Dauer des Kameraverschluss manuell einstellbar ist. Diese lässt sich im manuellem Modus der meisten Drohnen einstellen. Im HDR-Modus der DJI Mavic Air 2 ist dies nicht einstellbar und muss eben separat eingestellt werden. Bei sonnigen Lichtverhältnissen muss eine kurze Verschlusszeit gewählt werden. Bei der Verwendung von 25 FPS wählt man eine 1/50 Verschlusszeit und bei der Verwendung von 30 FPS sind 1/60 empfehlenswert. Der ISO-Wert bei intensiver Sonneneinstrahlung empfiehlt sich bei ISO 100, bei schlechten Sonnenverhältnissen muss der ISO-Wert nach oben angepasst werden. Hier kann der Wert bei eintretener Dunkelheit bei ISO-3200 liegen.

 

 

In meinem Beispiel musste ich bei eintretender Dunkelheit einen hohen ISO Wert von 3200 eingeben, da kaum noch Tageslicht vorhanden war.

Bei der Verwendung von 25 FPS pro Sekunde wähle ich eine Verschlusszeit von 1/50

2. Verwendung von ND-Filter

 

ND-Filter werden benötigt, um eine natürliche Bewegungsunschärfe bei Filmaufnahmen zu erreichen. Ein ND-Filter wirkt für das Kameraobjektiv wie eine Sonnenbrille, übermässiger Lichteinfluss wird kompensiert und ermöglicht eine gleichmäßige Abdunklung aller Bilder.

Der Hersteller DJI liefert in der Komboversion zur DJI Mavic Air 2 drei ND-Filter mit. Sie dienen als Aufsatz für das Kameraobjektiv, um eine gleichmäßige Abdunklung im Bild zu erreichen.

 

 

Lichtverhältnis und dessen Anwendung ND-Filter
Mittagsonne, unbewölkt ND32  hochstehende Sonne und Gegenlicht
Sonne, leicht bewölkt ND16 
Bewölkt ND8  bewölktem Tageslicht
Dämmerung ND4 oder kein Filter, hervorragend geeignet, wenn das Wetter bewölkt oder ziemlich bewölkt ist und das Tageslicht geringer ist.

Verwendung von ND-Verlaufsfiltern

Wie oben bereits erwähnt, werden ND-Verlaufsfilter benötigt, um eine natürliche Bewegungsunschärfe bei Filmaufnahmen zu erreichen. Die besten Ergebnisse für "Cinematische Filmaufnahmen" kann man mit ND-Verlaufsfiltern erreichen, hier empfehle ich die "LANDSCAPE SERIES" für die DJI Mavic Air 2, von der Firma "FREEWELL". Erst die richtige Kombination aus Filter und der manuellen Einstellungen der Filmkamera an der Drohne, ergeben gute Filmaufnahmen. Nachfolgend als Beispiel die Werte für die Einstellungen bei starker Sonneneinstrahlung:

 

Bei starker Sonneneinstrahlung verwende ich den ND32-8

 

4K - 25 FPS - 1/50 sek - ISO 100 bei Blende 2,8 (manuelle Einstellung)

 

Die besten Ergebnisse werden erreicht, wenn man 90° zur Sonne fliegt.

 

Hier im Bild wurde der Filter ND32-8 montiert, der sich besonderst für Filmaufnahmen bei starker Sonneneinstrahlung auszeichnet.

 

Bezüglich der richtigen Anwendung von ND- und ND-Verlaufsfiltern verlinke ich euch das Video von Blackstage Drohnen Tipps:

 

Filter für schönere Luftaufnahmen Test deutsch Drohne Dji Mavic 2 Pro

 

 

3. Niedrige Flughöhe wählen

 

Wird eine zu hohe Flughöhe gewählt, ist der Bewegungsfluss von Motiven für den Betrachter eher unspektakulär. Bei einer geringen Flughöhe sind deutlich bewegtere Bildabläufe darstellbar.

 

4. Auf eine Skalierung achten

 

Bei der Umsetzung von Landschaftsaufnahmen ist es ratsam, Motive in die Filmsequenz zu integrieren, die das menschliche Auge in seiner natürlichen Größe in Verbindung mit einer Landschaft, in seiner natürlichen Größe einordnen kann.

 

5. Langsames Schwenken der Kamera und langsame Steuerfunktion der Drohne wählen

 

Im TRIPOD-Modus der DJI Funkfernsteuerung haben die Ausschläge der Steuerknüppel eine deutlich verringerte Wirkung auf die Kamera und zusätzlich den geringsten Einfluss aller Steuerfunktionen der gesamten Drohne.

 

 

Den TRIPOD-Modus wählen bei der Umsetzung für "Cinematische Filmaufnahmen"

Die Gimbalgeschwindigkeit kann in allen drei Flugmodis separat nochmal angepasst werden.

Für manuelle Filmaufnahmen empfiehlt sich bei der DJI Mavaic Air 2 der Steuermodus "TRIPOD", da mit dieser Selektion die Ausschläge der Steuerknüppel auf die Kamera am geringsten wirken. Mit der Wahl im TRIPOD-Modus sind langsame und saubere Kameraschwenks auf das Motiv möglich. Ebenso sind die Steuerausschläge sämtlicher Steuerfunktionen der Flugdrohne reduziert.

6. Lineares Fliegen mit Kameraschwenk

 

Ein zusätzlicher Bildeffekt wird erreicht, wenn beim Zusteuern auf ein Motiv, die Kamera zusätzlich nach oben geschwenkt wird. Die räumliche Bewegung der Kamera in zwei Ebenen, hebt die Spannung für den Betrachter. Die Aufnahme ist viel hochwertiger, als der sture Anflug zum Motiv. Hier kann auch am eigentlichen Motiv vorbei geflogen werden, wobei beim Vorbeiflug die Kamera zum Motiv gedreht wird. Wer das nicht manuell umsetzen kann, benutzt die entsprechende Automatikfunktion der Drohne.

 

7. Vordergrund-Motiv zum eigentlichen Motiv im Hintergrund wählen

 

Nach Möglichkeit sollte bei der Umsetzung von Filmaufnahmen eines Motives, ein zusätzliches Motiv im Vordergrund gewählt werden. Beide Motive stehen in der Regel in einer Sichtachse zum Piloten. Der Pilot überfliegt zuerst einen Baum, bevor er auf das Panorama mit See und Berge im Hintergrund zusteuert.

8. Drittel Regelung - Verwendung von Gitterlinien im Bildschirm

 

Für gelungene "Cinematische Filmaufnahmen" sollte man die Drittel Regelung anwenden, dabei wird der Horizont auf der Ebene im letzten Drittel des Bildausschnittes fixiert. Hierbei kann man in den meisten Einstellungsmenüs der verschiedenen Hersteller eine Gitterlinie aktivieren, die sich als Hilfslinien auf den Bildschirmausschnitt legen. Nun wird im Flug der sichtbare Horizont auf der obersten waagerechten Hilfslinie ausgerichtet. 

 

 

Verwendung von Gitterlinien

9. Goldene Stunde - Blaue Stunde

 

In der Fotografie wird das Zeitfenster in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang als Goldene Stunde bezeichnet. Das natürliche Sonnenlicht ist während dieser Zeitspanne rötlicher und weicher, als im Vergleich wenn die Sonne höher steht. Die Goldene Stunde ist das Pendant zur Blauen Stunde, dem Zeitfenster der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Hierbei befindet sich die Sonne soweit unterhalb des Horizonts, das das blaue Lichtspektrum am Himmel noch dominiernd ist, der Nachthimmel aber noch nicht eingetreten ist. Wer in diesen beiden Zeitfenstern eine Landschaft oder ein Motiv mit seiner Drohne in Szene setzt, erreicht die beste und optimale Lichtstimmung für seine Foto- und Filmaufnahmen.

10. Filmformat beim Videoschnitt wählen - 16:9 oder Kino-Breitband mit 21:9

 

Das gängiste Filmformat 16:9 liegt mit einem Seitenverhältnis von 1,77 zwar doch weit oberhalb des goldenen Schnitts, dieses Format hat sich jedoch gerade bei Fernsehern oder Videoformaten durchgesetzt. Die heute gängigen Videoformate HD (720p), Full HD (1080p) und Ultra HD (4K) verwenden das Seitenverhältnis von 16:9, ebenso die meisten Smartphones. Mit entsprechenden Videoschnittprogrammen lässt sich das Filmmaterial auch als Spielfilm mit Breitband umwandeln, hier liegt das Seitenverhältnis bei 21:9. Nachfolgend ein Filmbeispiel mit Kino-Breitband:

Burg Drachenfels

Der große Nachteil des Kino-Breitbandformates liegt im Verlust von Bildinformationen in der vertikalen Bildachse.