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                                    Testbericht  m2 Evo von OMPHOBBY

 

Test- und Flugbericht von Walter Neyses                         Update: 07.07.2024

 

Den M2 EVO gibt es im Kaufpaket in der BNF (ohne Fernsteuerung) oder in der RTF-Version (mit Fernsteuerung) in den Farben weiß, gelb, rot und orange. Im Internet sind bereits andere Design-Looks bei den Hauben zu finden. Für mein Modell hatte ich mir eine zusätzliche Haube im Look der amerikanischen Flagge bestellt, die ich in England geordert hatte. Meine Bezugsquelle für mein Helicoptermodell ist Amazon. Für den Betrieb der Zorro-Fernsteuerung sind 2 x OMPHOBBY 900mAh 3.7v Li-ion 18350 Akku "OSHM2344" notwendig. Ein Ladegerät für den Antriebs-Akku muss noch optional gekauft werden. Ich musste mir lediglich noch ein Ladekabel "XT-30 Ladekabel mit 4mm Bananenstecker Adapter" zusätzlich zum Kaufpaket ordern, ein Ladegerät gehört zu meiner Standardausrüstung meiner Werkstatt.

 

Gegenüber dem Vorgängermodell dem M1 hat ein Ugrade stattgefunden. Speziell ein Upgrade der Rumpfstruktur, Upgrade des Haupt Heckrotors, Upgrade des Stromversorgungssystems, Upgrade der Batterie (von 650 mAh auf 750 mAh) aufgerüstet, Upgrade des Rotorkopfs, und ein Upgrade des Batterie-Schnellinstallationsdesigns für den OMPHOBBY M2 EVO. In der BNF-Version ist der Heli auch mit den Empfängerschnittstellen von S-BUS und DSM/DSMX  kompatibel. Das Modell verfügt über eine Flugsteuerung mit eingebauter stabilisierender Fluglage, weichem 3D und aggressivem 3D, die über einen entsprechenden Fluglage-Kippschalter an der Fernsteuerung einstellbar sind. Leider macht der Hersteller hier keine genauen Angaben über Art der Veränderung bei der Blattanstellung/Pitch oder einer erhöhten Gaskurve. Der Heckausleger ist zur einfachen Anpassung des Schwerpunktes verschiedener Akkus längenverstellbar, was ich als gute Innovation einstufe. Der umgesetzte FBL-Rotorkopf verbessert die Steuereigenschaften.

 

Mein RTF-Kaufpaket beinhaltet das Heli-Modell (flugbereit, komplett aufgebaut) mit bereits montierten Rotoblätter und einem Blatthalter, einen Flugakku mit 750 mAh (3S/60C), die Zorro-Fernsteuerung im Mode 2 (Gas links), Handbuch in eng. Sprache und dem Handbuch der Zorro-Funke, sowie ein paar Ersatzteile und Kabelbinder. Ebenso Werkzeug zum Ausgleich der Taumelscheibe.

 

Wird noch benötigt:

 

 - Ladegerät

 - XT-30 Ladekabel mit 4mm Bananenstecker Adapter

- 2 x OMPHOBBY 900mAh 3.7V Li-ion 18350 Akku OSHM2344 für die Zorro Funke

 

Typ - technische Umsetzung

 

Die technische Umsetzung zum M2 EVO erfolgt durch einen direkten Antrieb der Hauptrotorwelle (⌀ 4mm) mittels eines Brushless-Aussenläufer-Elektromotor Sunnysky® R40S-3 und dem direkten Antrieb des Heckrotors durch einen Brushless-Miniaturmotor Sunnysky® R13-3. Diese einfache technische Umsetzung erspart ein Getriebe, mit dessen Nachteil des "Verschleißes" von Zahnrädern oder bei Antrieben mit Zahnriemen bezüglich "rutschenden Antrieb". Jeder Vorteil hat auch seinen Nachteil. Durch den Direktantrieb fehlt dem Helicopter der "Freilauf". Als Freilauf wird eine Überholkupplung oder Rücklaufsperre bezeichnet, das ein spezifisches Teil eines Antriebsstranges von der Drehbewegung abkoppelt (Schubabschaltung), eine langsamer drehende Welle überholt, oder den Rücklauf sperrt.

 

Die Elektronik des Hubschraubers besteht aus einer intelligenten Steuereinheit mit integrierter 3G Flybarless-Steuereinheit, einem elektronischen Drehzahlregler mit einer Governor-Funktion und drei 10g digitalen Servos (1,65 kg.cm, 0,08 s/60°) zur Steuerung der CCPM Taumelscheibe, die als  120° Anlenkung realisiert ist.

 

Ich bin kein Freund von Flugsystemen ohne zweite Stromversorgung mittels eines Stützakkus und einer separaten BEC Stromversorgung für die Servos. Da hatte ich in der Vergangenheit bereits schonmal eine schmerzhafte Erfahrung machen müssen und teures Lehrgeld bezahlt. Ich teste ausschließlich Kaufware nur im Originallieferzustand und ohne Veränderungen am Produkt. Wenn ich einen neuen Align T-Rex aufbaue, dann nie ohne eine zweite Stromversorgung. Bricht der einzige Akku on Bord zusammen, dann ist eine Auto-Rotationslandung nicht mehr möglich und es gibt Kleinteile auf der Wiese. Für die Verwendung des M2 EVO ist es wichtig, sich ein festes Zeitfenster bezüglich der Flugzeit zu setzen.

 

Vor dem ersten Flug - Stellung der Taumelscheibe kontrollieren:

 

Vor dem ersten Flug sollte die waagerechte Position der Taumelscheibe in der Neutralstellung (Mittestellung) des Gashebels kontrolliert werden. Es kann durch aus sein, dass die Taumelscheibe im Auslieferungszustand in dieser Position nicht gerade steht, dies würde der Helicopter im Schwebeflug mit einem Drift in eine bestimmte Richtung quitieren. Die Taumelscheibe ist richtig eingestellt, wenn alle Servoarme bei einem Blattwinkel von 0 Grad genau im rechten Winkel zu den Gestängen stehen. Eine sehr ausführliche und gute Anleitung zu diesem Thema findet ihr unter folgendem Link: https://www.modell-hubschrauber.at/media/products/0160371001673963756.pdf

 

Der Stabilitätsmodus - Trimmflug

 

Achtung: Auch wenn eine korrekte Servo-Einstellung durchgeführt wurde, so wird beim Umschalten in den Stabilitätsmodus der RC Helicopter nicht zwangsläufig auch neutral fliegen oder schweben. Dies lässt sich testen, indem ihr bei abgeschaltetem Motor und eingeschaltetem Sender und Hubschrauber in den Stapilitätsmodus schaltet und kontrolliert ob die Taumelscheibe in etwa "Neutral" bleibt.

 

Diese Einstellung ist nicht statisch für das Modell, wenn es auf einer waagerechten Ebene steht, wie auf einem Tisch, sondern nur durch einen Trimmflug möglich.

 

Bitte beachten:

  1. Nach Möglichkeit bei Windstille den Trimmflug durchführen.
  2. Sobald alles am Boden eingeschaltet ist, schaltet auch den Stabilitätsmodus am Boden ein. Vergewissert euch, dass die rote LED dauerhaft leuchtet.
  3. Der Nick-Hebel wird ca. 3 Sekunden auf maximal negativ gezogen. Der Helikopter befindet sich nun im Trimm-Lernmodus. Achtet auf die Taumelscheibe. Neigt diese stark in eine Richtung, wird der Helikopter auch in diese Richtung abtriften. Nach dem Einschalten des Motors, behutsam abheben und gegensteuern und versuchen das Modell im Schwebeflug zu halten. Danach den Helicopter wieder behutsam landen.
  4. Sobald der Hubschrauber gelandet ist und der Rotor sich ausgedreht hat, wird der Nick-Hebel wieder für ca. 3 Sekunden nach hinten gezogen, die rote LED wird danach wieder dauerhaft leuchten.
  5. Dies ist die Bestätigung das der Stabilitäts- und  Trimmflug erfolgreich abgeschlossen wurde.
  6. Zur Überprüfung wird der Helikopter erneut mit abgeschaltetem Stabilitätsmodus in einen ruhigen Schwebeflug gebracht.

 

Das Handling der Zorro-Funke:

 

Die Formgebung der Zorro-Funke kommt einem Game-Controller (Gamepad) gleich. Klein handlich, kleine Steuerknüppel und irgendwie nichts für mich. Da liebe ich meine Graupner- und Futaba-Senderanlagen. Die Zorro Funke lässt sich jedoch mit einem CNC-gefrästen "Hall Gimbals Set" umrüsten, ein aus Aluminium hergestelltes Steuerknüppel-Set. Die Fernsteuerung lässt sich zudem ohne Probleme "flashen", hierfür dient in der Anwendung die Software "ExpressLRS-Configurator".

 

Dem Kaufpaket fehlt leider zudem ein Sendergurt. Die Zorro-Funke ohne Gurt nur in der Hand und vor dem Bauch haltend, ist keine Option. Kurzerhand habe ich meinen Tragegurt von Multiplex verlängert und den Sender dann in etwa der gleichen Höhe wie meinen Futaba-Sender am Körper tragend angebracht. Resultat - großer Gurt, kleiner Mini-Sender und große Hände. Und dann so fliegen? Wenn man das RTF-Paket testet, muss man da eben durch oder gleich das BNF-Paket kaufen. In den ersten Minuten des Fluges war ich erstmal mit dem Handling der Funke und dem Einschweben des Helis beschäftigt. Ein zufriedenstellendes Handling wollte sich nicht so richtig einstellen.

Das interne Sprachmodul (eng. Sprache) kommuniziert wichtige Infos für den Piloten. Eine sinnvolle Ergänzung ist die Flugzeitansage, die in einer Abfolge einer Minute erfolgt. Im Finale mit einem Sekunden-Countdown.

 

Achtung: Wer nach einem Flug direkt einen neuen Akku an den M2 Evo anschließt, ohne vorher den Sender ausgeschaltet zu haben, der bekommt die Restflugzeit des vorherigen Akkus angezeigt und angesagt. Zwar funktioniert der Helicopter ohne Probleme nach der Initialisierung mit dem neuen vollen Akku, aber ratsam ist dies nicht.

 

Meine anfänglichen Handling-Probleme mit der kleinen Zorro-Funke hatten sich nach einigen Flügen relativiert.

 

Link zum deutschen Handbuch der Zorro-Funke

 

https://manuals.plus/de/radiomaster/zorro-radio-transmitter-manual

 

Käufer der BNF-Version verwenden das Flight-Controller-Setting des Herstellers

 

Link zum Flight-Controller-Setting

 

https://originhobbies.com/de/m2-v2-exp-evo-flight-controller-settings/

 

Der M2 EVO besticht augenscheinlich durch eine gute Verarbeitung, viel Carbon und Aluminium bei den wichtigen Bauteilen. Auch bei näheren Hinsehen gibt es nichts zu meckern. Mein Modell flog im Prinzip aus der Schachtel in die Luft, ohne das ich etwas beanstanden musste oder nachjustieren musste. Die Taumelscheibe war ab Werk korrekt eingestellt. Das Menü der Zorro Funke ist klar verständlich und individuelle Anpassungen ohne Probleme einstellbar. Natürlich könnte man eine fehlende Anleitung in deutscher Ausführung bemängeln, dies sollte aber kein Hinderniss sein, ihn sicher in die Luft zu bekommen. Der M2 EVO erreicht bereits in Schalterstellung Modus 2 (Kunstflug) der Zorro Funke eine enorme Agilität und Kunstflugtauglichkeit, geprägt mit einer hohen Kopfdrehzahl und satten Ausschlägen.

 

Made in China

 

Wenn man die Ausdrücke "Made in China" oder "Chinaware" abfällig benutzt, dann sollte man heutzutage viel mehr differenzieren und sich fragen, warum können die das? Es war einmal ... und sie können es bei OMPHOBBY richtig gut. Das neue Konzept und die Umsetzung zum M2 EVO ist gelungen und kann sich auf dem Flugplatz sehen lassen. Das Modell macht Laune ....

 

Die Akku-Laufzeit

 

Bei der Akkulaufzeit war ich erstaunt, aber bei genauer Betrachtung hätte ich eigentlich kein anderes Resultat erwarten können. Nach 4 Minuten im Kunstflug/3D-Flug ist nichts mehr mit "ich flieg mal noch eine Runde". Mit einer Akku-Kapazität von 750 mAh kann der ambitionierte Pilot keine Wunder in der Flugzeit erwarten. Käufer der BNF-Version sollten sich mit ihrer Funke auf jeden Fall einen Timer setzen. Ich habe nach jedem Flug die noch bestehende Akku-Kapazität gemessen und diese lag immer zwischen 33 und 38% der Restspannung.

 

Verwendung der Original-Akkus und anderer Akkus anderer Marken!

 

Bitte Vorsicht bei der Verwendung anderer Akku-Marken zum Betrieb des M2 Evo. Akkus anderer Marken sind gegebenfalls am Fußende nach außen gewölbt und können somit am Anschlag des Akkuschacht am Außenläufer schleifen (siehe untenstehendes Bild).

 

Bei der Verwendung von Akkus der Marke "BONKA" wird dies deutlich. Die Akkus müssen gegebenfalls geringfügig vom Anschlag im Akkuschach weggedrückt werden.

 

Am besten nur Original-Akkus der Marke "OMPHOBBY" verwenden.

 

Fazit

 

"Angenehm überrascht", bringt es auf den Punkt. Ich habe lange überlegt, ob ich mir das Modell kaufen soll und das Kaufpaket zum M2 EVO mindestens dreimal aus dem Warenkorb bei Amazon wieder gelöscht, weil ich Bedenken hatte. Tage später war das Modell wieder im Warenkorb, als letztes Modell bei Amazon mit der Zorro Funke. Der Heli war auf dieses letzte Kaufpaket in Deutschland in der RTF-Version restlos ausverkauft. Eins, zwei meins ... gekauft und nicht bereut. Jetzt kommt mein "Aber", das Modell ist absolut nichts für Anfänger, der M2 EVO ist für den Fortgeschrittenen und dem erfahrenen Piloten gedacht und konzipiert. Er wird auch nicht als Anfänger-Heli beworben.

 

Pro:

 

- High Performance (enorme Agilität und Performance)

- gute Qualität der verwendeten Komponenten

- integrierter Sprachmodus  des Senders

- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

- Transport-Kiste ideal zum Transport zum Flugplatz

 

Contra:

 

- ich hätte mir eine gedruckte deutsche Anleitung gewünscht - gerade für die Funktionen des Senders

 

Meine Empfehlung:

 

- vor dem ersten Flug die Stellung der Taumelscheibe bei 0 Grad Blattanstellung kontrollieren

- die graue Verpackungskiste auch als Transportkiste zum Flugplatz nutzen

- vor dem Flug die Rumpfhaube auf ihren festen Halt kontrollieren, ebenso den Akku

- den Helicopter auf einem Landing PAD starten und landen

Produkt-Angaben - Technische Details

 

Hauptrotordurchmesser:  434 mm (ca. 17 Zoll)

Heckrotordurchmesser:     89 mm (ca. 3,5 Zoll)

Maße:                               428 mm * 72 mm * 138 mm (ca. 16,85 Zoll * 2,83 Zoll * 5,43 Zoll)

Hauptmotor:                     R40S-3

Heckrotor:                         R13-3

Akku:                                 3S 11.1V 750mAh 60C

Servo:                                 10g 5V 0.08sec/60°1.65kg.cm

Fernsteuerung:                   Zorro - Kompatibel mit S.Bus \ DSM \ DSMX-Empfanschl.

Modus:                               Modus 2 - Gas links

Flugzeit laut Hersteller:       Max. Flugzeit 9 Minuten, 4 Minuten im extremen Kunstflug

 

Bild-Impressionen

Diese Senderakkus müssen noch zusätzlich gekauft werden - diese sind nicht im RTF-Kaufpaket enthalten
Gleich mehrere Akkus nachbestellen
Bei der Verwendung von Akkus der Marke "BONKA" können diese am Außenläufer schleifen. Am besten nur Original Akkus verwenden.
Ein XT30 Ladekabel mit 4mm Bananenstecker Adapter muss ebenso separat bestellt werden
Sicherer lässt sich ein RC Helicopter nicht transportieren
Redaktion    Walter Neyses   © Copyright 2024 - FlyVideo
Fotograf & Grafik Claudia M. - N. und Walter Neyses
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Realisiert 22. Juni 2024
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